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Foto: eakgrungenerd | adobe stock
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Dosierung von Flüssigkeiten

Praxisgerechte Auslegung und Komponentenwahl für Flüssigkeitsdosierungen in der Wasseraufbereitung

Die Dosierung von Chemikalien zählt zu den zentralen Aufgaben in der Wasseraufbereitung – sei es im kommunalen Bereich, in der Industrie oder in Schwimmbädern. Trotz langjähriger Anwendung bestehen zahlreiche Herausforderungen bei der korrekten Auslegung und Konfiguration von Dosieranlagen. Dieser Beitrag zeigt praxisnah die Herangehensweise und liefert ein konkretes Beispiel zur Umsetzung.

 

1. Herangehensweise bei der Auslegung einer Dosieranlage

1.1 Grunddaten erfassen

  • Dosiermittel / Wirkstoffgehalt des Mittels
  • Geforderte Dosiermenge (z. B. in mg/l)
  • Temperatur an der Impfstelle
  • Materialien im Dosierkreislauf / an der Impfstelle
  • Druckverhältnisse am Dosierpunkt
  • Zu behandelnde Wassermenge pro Stunde

 

1.2 Anlagenspezifische Parameter

  • Ansteuerung der Dosierpumpe (z. B. Wasserzähler, Zeitsteuerung)
  • Dosiermittelentnahme (z. B. aus Kanister oder Vorratsbehälter)
  • Eigenschaften des Dosiermittels (Viskosität, Dichte, Ausgasungsverhalten)

 

1.3 Zubehör und Messtechnik

  • Messgeräte zur Konzentrationskontrolle (z. B. Photometer)
  • Fassumfüllpumpen
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

 

2. Beispiel: Wasserzählergesteuerte Dosieranlage

2.1 Gegebene Ausgangsdaten

  • Dosiermittel: Duochlorin (Natriumhypochlorit, 19 %)
  • Dichte: 1,22 g/cm³
  • Geforderte Dosierung: 0,3 mg/l Natriumhypochlorit
  • Wassermenge: 100 m³/h
  • Wasserzählersteuerung: 100 l/Impuls
  • Länge der Dosierleitung: 12 m
  • Dosierbehälter: 45 l
  • Ausgewählte Dosierpumpenleistung: 0,7 l/h

 

2.2 Berechnung der Dosiermenge

Schritt 1: Umrechnung der geforderten Dosierung:
0,3 mg/l / (1,22 g/cm³ × 1000) = 0,0002459 ml/l

Schritt 2: Dosiermenge pro Impuls:
0,0002459 ml/l × 100 l/Impuls = 0,02459 ml/Impuls

Die benötigte Förderleistung ist damit minimal. Eine Pumpe mit 0,7 l/h Förderleistung bietet ausreichende Regelreserve.

 

2.3 Empfohlene Komponenten

  • Dosierpumpe 0,7 l/h
  • Dosierbehälter 45 l
  • Sauggarnitur mit Trockenlaufschutz
  • 12 m PVC-Dosierschlauch (perlonarmiert, 6/12 mm)
  • Pulsationsdämpfer
  • Fassumfüllpumpe
  • 1 Kanister Duochlorin
  • Aktivkohlefilter an der Entlüftung
  • Persönliche Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe, Schutzbrille)
  • Photometer zur Konzentrationsüberprüfung

 

3. Schlussfolgerung

Die richtige Auslegung einer Dosieranlage erfordert die sorgfältige Erfassung aller chemischen, hydraulischen und steuerungstechnischen Parameter. Aufgrund der Vielzahl möglicher Kombinationen sowie material- und chemikalienbedingter Besonderheiten ist Erfahrung in der Anlagenkonfiguration unerlässlich.

Ob für Schwimmbäder, Trinkwasserwerke, Heizhäuser oder industrielle Anwendungen – wir unterstützen Sie gerne bei der Planung und Umsetzung Ihrer optimalen Dosierlösung.

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